BME Netzwerktreffen Defence: Resiliente Lieferketten als Schlüssel für den Defence-Hochlauf
Leistungsfähige Lieferketten als strategischer Erfolgsfaktor
Der Ausbau der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie ist weit mehr als eine Investitionsfrage. Im Mittelpunkt des BME Netzwerktreffens Defence am 30.06.2026 in Eschborn standen deshalb die Themen Beschaffung, Supply Chain Management und industrielle Resilienz. Deutlich wurde: Eine leistungsfähige Verteidigungsindustrie setzt stabile Lieferketten, belastbare Partnerschaften und die Fähigkeit voraus, Veränderungen konsequent umzusetzen.
Den Auftakt des Konferenztages gestaltete Prof. Dr. Andreas H. Glas vom Wehrwirtschaftlichen Kompetenzzentrum Defence Acquisition & Supply Management (DASM) der Universität der Bundeswehr München. Er machte deutlich, dass Lieferketten, Resilienz und Sicherheit untrennbar miteinander verbunden sind. Wer über Verteidigungsfähigkeit spreche, müsse gleichzeitig die Leistungsfähigkeit von Beschaffung, Supply Chain Management und industriellen Netzwerken in den Blick nehmen.
Strategien für den Defence-Ramp-up
Wie Unternehmen den aktuellen Herausforderungen begegnen, zeigte anschließend Björn Müschen, Vice President Commodity Management Electronics der Rheinmetall AG. Im Mittelpunkt seines Vortrags stand die „Fit for Future Strategy“ des Unternehmens. Diese basiert nach dem Motto „Wir beschaffen Sicherheit“ auf drei zentralen Säulen: dem gezielten Kapazitätsaufbau, einem holistischen Risikomanagement sowie einer störungsfreien Produktion.
Dabei wurde unterstrichen, dass Qualität auch künftig der entscheidende Wettbewerbsfaktor bleibt. Bestehende Lieferantenbeziehungen sollen konsequent weiterentwickelt werden, gleichzeitig eröffnet der Defence-Hochlauf qualifizierten neuen Lieferanten Chancen für den Einstieg. Es wurde jedoch deutlich: Wer sich für die Sicherheits- und Verteidigungsindustrie entscheidet, steht im Fokus und muss Verantwortung übernehmen. Die Unabhängigkeit und Stabilität von Lieferketten ist dabei bis in das letzte Glied der Wertschöpfungskette von entscheidender Bedeutung.
Einen weiteren strategischen Impuls setzte Oberst i.G. Matthias Puschnig aus dem Sonderstab Ukraine des Bundesministeriums der Verteidigung. Sein Appell unterstrich die gemeinsame Verantwortung von Wirtschaft und Streitkräften für eine zukunftsfähige Sicherheitsarchitektur. Innovation, Wettbewerbsfähigkeit und die enge Zusammenarbeit von Industrie und Staat seien entscheidende Voraussetzungen, um gemeinsam Lösungen zu entwickeln und den Defence-Hochlauf nachhaltig erfolgreich zu gestalten.
Plattform für Vernetzung und neue Partnerschaften
Ein besonderer Fokus des Netzwerktreffens lag auf der Vernetzung aller relevanten Akteure. Mit der Plattform SVI-Connect bringt der BME Unternehmen, Beschaffung, Bundeswehr, Politik und neue Marktteilnehmer zusammen. Ziel ist es, Transparenz über industrielle Kompetenzen zu schaffen, neue Partnerschaften anzustoßen und den Zugang qualifizierter Lieferanten zur Sicherheits- und Verteidigungsindustrie zu erleichtern. Damit leistet die Plattform einen konkreten Beitrag zum Aufbau resilienter Lieferketten und zur Stärkung des Industriestandorts Deutschland.
Bereits zum Auftakt der Veranstaltung am Vorabend bot ein ausgebuchtes Meet & Greet mit einer exklusiven Meet-&-Match-Session zahlreiche Gelegenheiten zum persönlichen Austausch zwischen Einkäufern und Lieferanten entlang der Defence Supply Chain. Die intensive Vernetzung setzte damit bereits vor Beginn des Fachprogramms wichtige Impulse für neue Kooperationen und gemeinsame Projekte.