Einkaufsmanagerindex: Krieg im Nahen Osten treibt Kosteninflation an
Der Kriegsausbruch im Nahen Osten hat dazu geführt, dass sich die Hersteller in Deutschland im März mit einer deutlichen Zunahme des Kostendrucks und Störungen in den Lieferketten konfrontiert sahen. Die Krise war jedoch auch ausschlaggebend dafür, dass die Fertigung mit der höchsten Wachstumsrate seit Februar 2022 hochgefahren wurde. Ein ähnlich starker Anstieg wurde bei den Neuaufträgen gemeldet. Der gemeinsam mit dem Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) erstellte S&P Global Einkaufsmanagerindex Deutschland (EMI) - ein Indikator für das Geschäftsklima - notierte im März 2026 auf 52,2 Punkten nach 50,9 Punkten im Februar und damit auf dem höchsten Stand seit Mai 2022.
Umfrageteilnehmende begründeten die höheren Auftragseingänge mit Bemühungen der Unternehmen, Sicherheitsbestände aufzubauen und weiteren Preissteigerungen zuvorzukommen. Auch die Auslandsaufträge zogen an und wuchsen so deutlich wie seit neun Monaten nicht mehr. Zugleich wurde die Einkaufsmenge aufgestockt. Der entsprechende Index stieg auf den höchsten Stand seit Juni 2022. Ein stärkerer Rückgang wurde dagegen bei den Vormaterial- und Fertigwarenlagern gemeldet.
Die Produktion kletterte auf den höchsten Stand seit mehr als vier Jahren. Getragen wurde der Aufschwung vom Vorleistungs- und Investitionsgüterbereich, während der Konsumgüterbereich einen Rückgang verzeichnete.
Kostendruck steigt
Der Kostendruck nahm im März dieses Jahres gegenüber Februar deutlich zu. Die Inflationsrate der Einkaufspreise stieg auf den höchsten Stand seit Oktober 2022. Begründet wurde der Anstieg mit einer sprunghaften Verteuerung der Energiepreise sowie höheren Transport- und Rohstoffpreisen. Die Verkaufspreise zogen ebenfalls an, da einige Firmen versuchten, die gestiegenen Kosten teilweise an ihre Kunden weiterzugeben.
Geschäftsaussichten trüben sich ein
Nachdem die Geschäftsaussichten im Februar auf den höchsten Stand seit vier Jahren gestiegen waren, fielen sie im März auf den tiefsten Stand seit November 2025. Sorgen bereiteten den Herstellern vor allem die massiven Preisanstiege und die hohen Unsicherheiten angesichts des Krieges im Nahen Osten.
Die wichtigsten Ergebnisse im Konsumgüterbereich
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Schnellere Schrumpfungsraten bei Produktion und Auftragseingang
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Größter Beschäftigungsrückgang seit 18 Monaten, Geschäftsausblick bricht ein
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Lieferzeiten verlängern sich trotz deutlich geringerer Einkaufsmenge
Die wichtigsten Ergebnisse im Vorleistungsgüterbereich
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Anziehende Binnenkonjunktur führt zu höchstem Plus bei Neuaufträgen seit 49 Monaten
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Produktion wird deutlich ausgeweitet, Stellenabbau hält an
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Kosteninflation auf höchstem Stand seit September 2022
Die wichtigsten Ergebnisse im Investitionsgüterbereich
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Beschleunigte Zuwachsraten bei Produktion, Auftragseingang und Einkaufsmenge
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Vormaterial- und Fertigwarenlager schrumpfen deutlich
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Inflationsdruck steigt
Über den EMI:
Der S&P Global Einkaufsmanagerindex Deutschland (EMI) ist ein monatlicher Frühindikator zur Vorhersage der konjunkturellen Entwicklung in Deutschland. Der Index erscheint seit 1996 unter der Schirmherrschaft des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) e.V. Er beruht auf der Befragung von rund 500 Einkaufsleitern und Geschäftsführern der Verarbeitenden Industrie in Deutschland, die repräsentativ für die deutsche Wirtschaft nach Branche, Größe und Region ausgewählt wurden. Erstellt wird der EMI vom US-amerikanischen Finanzdienstleister S&P Global. Er orientiert sich am Vorbild des US-Purchasing Manager’s Index (PMI).
Weiter Infos zum EMI: HCOB Einkaufsmanagerindex Deutschland — BME